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Antihypertensive Therapie bei Nierenerkrankungen

Corona-Virus (CoVid-19): Aktuelle Informationen und Weisungen der Spital Thurgau AG

Geschätzte Patientinnen und Patienten, Zuweiserinnen und Zuweiser, Besucherinnen und Besucher

Die Spital Thurgau AG verfolgt die Entwicklung der CoVid-19 Situation weiterhin sehr genau – die Fallzahlen an Positiv-Getesteten Personen ist auch im Kanton Thurgau hoch. Die Schutzmassnahmen im Spital werden, in enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Gesundheitsbehörden, soweit nötig rasch und stufenweise angepasst.

Aufgrund der deutlich steigenden CoVid-19 Fallzahlen muss ab Freitag, 23.10.2020 ein grundsätzliches Besuchsverbot in allen Betrieben der Spital Thurgau AG eingeführt werden.
Ausgenommen sind Besucherinnen/Besucher von Patientinnen/Patienten in ausserordentlichen Situationen wie zum Beispiel Eltern von hospitalisierten Kindern, Partner von Gebärenden (zur Geburtshilfe Frauenfeld / zur Geburtshilfe Münsterlingen) oder nahe Angehörige von Personen an ihrem Lebensende. In sämtlichen Gebäuden der Spital Thurgau gilt Maskenpflicht (chirurgische Masken).

Die Behandlung unserer Patientinnen und Patienten kann bis auf Weiteres im Regelbetrieb mit gewissen zusätzlichen Vorsichtsmassnahmen stattfinden:

  • Patientinnen und Patienten sind in unseren Spitälern sicher vor einer Ansteckung geschützt. Dazu nehmen selbstverständlich auch wir grosse Zusatzaufwände gerne in Kauf – Ihre Sicherheit geht vor. Wer sich nicht daran halten will, wird weggewiesen.
  • Wir bieten das volle medizinische Spektrum an. Sämtliche ambulante und stationäre Behandlungen, Sprechstunden, Therapien und Beratungen, auch die nicht-dringlichen, werden wie gewohnt durchgeführt. Die öffentlichen Apotheken haben zu den regulären Zeiten geöffnet. Notfälle werden selbstverständlich ohne Einschränkungen jederzeit behandelt.

Corona-Tests und Contact Tracing:

  • In den Kantonsspitälern Frauenfeld und Münsterlingen werden Personen nur mit klaren Krankheitssymptomen (Fieber, Husten, Schnupfen) und echtem Corona-Verdacht auf CoVid-19 getestet. Die Verfügbarkeit des Testmaterials ist begrenzt, und Engpässe sind in absehbarer Zukunft leider vielleicht nicht zu vermeiden.
  • Für alle Personen ohne Anzeichen von Symptomen ("vorsorglich", durch Hinweis via SwissCovid App etc.) bieten die Hausärzte oder die Firma Misanto (Tel. 0800 005 800) die Möglichkeit für einen CoVid-19 Abstrich.
  • Bei Kindern < 12 Jahren ist ein Abstrich auf CoVid-19, auch bei Krankheitssymptomen, nicht in jedem Fall notwendig. Die Risikoeinschätzung sollte dem Kinder-/Hausarzt überlassen werden. Die Kinderklinik des Kantonsspitals Münsterlingen steht Ihnen im Notfall zur Verfügung.
  • Informationen und Anmeldung zum CoVid19-Antigen-Schnelltest finden Sie unter www.campusapotheke-tg.ch und www.horizont-apotheke.ch 

Wir danken Ihnen für das Verständnis und wünschen Ihnen gute Gesundheit.
Spital Thurgau AG


Antihypertensive Therapie bei Nierenerkrankungen

Hintergrund

Zwischen erhöhtem Blutdruck und Nierenerkrankungen besteht eine wechselseitige Beziehung:

  • eine arterielle Hypertonie führt oft zu einer Nierenschädigung (hypertensive Nephropathie)

  • eine arterielle Hypertonie kann die Progression jeder Nierenerkrankung beschleunigen.

  • eine arterielle Hypertonie tritt oft als Folge von Nierenerkrankungen auf (renale Hypertonie).

Die hauptsächlichen pathophysiologischen Mechanismen, welche für eine renale Hypertonie verantwortlich sind, bestehen in (Konsequenzen für die Therapie siehe unten):

  • einer Aktivierung des intrarenalen renin-angiotensin-aldosteron Systems (RAAS) aufgrund einer intrarenalen Ischämie,

  • einer intrarenalen Sympathikusaktivierung in den geschädigten Nieren,

  • einer Natrium- und Wasserretention durch die Nieren (vor allem bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz).

Das Ziel einer antihypertensiven Therapie bei Nierenerkrankungen besteht einerseits in einer Progressionsminderung der Niereninsuffizienz und andererseits natürlich auch in einer Prävention kardiovaskulärer Events.

 

 

 

Blutdruck-Zielwerte bei Niereninsuffizienz

Die Blutdruckzielwerte im allgemeinen und bei Niereninsuffizienz im speziellen wurden in den letzten Jahren kontrovers diskutiert und mehrmals angepasst, teilweise mit Diskrepanzen in verschiedenen Leitlinien. Was die Progredienz der Niereninsuffizienz betrifft, so ist ein positiver Effekt von tieferen (<130/80mmHg) gegenüber weniger tiefen (<140/90 mmHg) Zielwerten nur für proteinurische Nierenerkrankungen erwiesen. Gemäss neuerer Datenlage scheint aber unabhängig von der Proteinurie ein positiver Effekt eines tieferen Zielwertes auf kardiovaskuläre Endpunkte zu bestehen. Bei einzelnen Nierenerkrankungen (z.B. ADPKD, IgA-Nephropathie) gibt es Hinweise, dass noch striktere Zielwerte (<125/75 mmHg) sinnvoll sein könnten (allerdings kleine Studien ohne harte Endpunkte). Umgekehrt sollten insbesondere bei vaskulärer Niereninsuffizienz auch zu tiefe Blutdruckwerte vermieden werden (eingeschränkte Autoregulationsfähigkeit der Nieren und Gefahr einer akuten Nierenschädigung).

Zusammengefasst sind die Zielwerte zu individualisieren; grundsätzlich sollten bei proteinurischen Nierenerkrankungen tiefere Zielwerte angestrebt werden.

Bemerkungen

  • Nebst Zielwerten soll auch der zu deren Erreichen notwendige Aufwand sowie die Nebenwirkungen der Therapie (Orthostase) beachtet werden, insbesondere wenn zum Erreichen von Zielwerten Zweit- bzw. Drittlinienantihypertensiva verwendet werden müssten. Überdies ist bei tiefem diastolischem Blutdruck und kardiovaskulären Erkrankungen Vorsicht geboten.

  • Blutdruck-Heimmessungen und insbesondere ambulante 24h-Blutdruckmessungen korrelieren besser mit der Prognose als Praxis-Blutdruckmessungen und sind daher zu empfehlen. Die Blutdruck-Zielwerte sind dann allerdings für Heimmessungen ca. 5mmHg und für den Durchschnittswert der 24h-Blutdruckmessung  ca.10mmHg tiefer anzusetzen, da der Blutdruck mit diesen Messmethoden im Durchschnitt um so viel tiefer ausfällt.

Therapie

 a) Nicht-medikamentöse Therapie:

  • Grundsätzlich gelten dieselben nichtpharmakologischen Therapieansätze wie bei nierengesunden Hypertonikern: körperliche Aktivität, Übergewicht abbauen. In aller Regel reichen diese Massnahmen jedoch nicht aus.

  • Da die Natriumretention einen wichtigen Faktor in der Entstehung der Hypertonie bei niereninsuffizienten Patienten darstellt, ist oft zusätzlich zur medikamentösen Therapie eine Einschränkung der Kochsalzzufuhr nötig, um eine adäquate Blutdruckkontrolle zu erreichen. Eine zu hohe Kochsalzzufuhr kann zu einer relativen Resistenz gegenüber Antihypertensiva führen.

 b) Pharmakologische Therapie: Bevorzugte Substanzklassen

  • Bei relevanter Albuminurie (Stadium A2-3) primär ACE-Hemmer oder ARB bis zur maximalen Dosierung (nephroprotektiv). Nach Beginn mit einem ACE-Hemmer / ARB kann es zu einem akuten Anstieg des Serumkreatinins kommen, der jedoch in der Regel funktioneller Natur ist, der langfristige Effekt auf die Nierenfunktion ist günstig. Eine Absetzen / Dosisreduktion und allfällige Suche nach einer Nierenarterienstenose ist nur bei einem deutlichen Kreatininanstieg (>30%) angezeigt.

  • Bei Stadium A1 ist eine Überlegenheit von ACE-Hemmern / ARB gegenüber andereneMedikamenten nicht erwiesen, Beginn daher mit ACE-Hemmer / ARB oder Ca-Antagonist.

  • Bei deutlich eingeschränkter Nierenfunktion ist in der Regel ein Schleifendiuretikum (Torem) zur adäquaten BD-Kontrolle notwendig, auch wenn keine manifesten Ödeme vorhanden sind. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion ist mitunter eine hohe Dosis nötig (Beginn mit 10mg täglich, dann bei Bedarf rasche Steigerung unter Kontrolle der Volämie und Nierenfunktion).

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