Das Angebot der thurmed AG umfasst in einem ersten Schritt ein Wandeldarlehen von 7 Millionen Franken, welches zur Verbesserung des Schuldenschnitts vorgesehen ist. Das Wandeldarlehen kommt nur zustande, wenn die Gläubiger dem Nachlassvertrag zustimmen. Nach einer erfolgreichen Sanierung erhält die thurmed AG bis Ende 2027 die Möglichkeit, sich mit 51 Prozent an der GZO AG zu beteiligen. In diesem Fall würde das Wandeldarlehen in Aktienkapital umgewandelt. Zusätzlich würde thurmed für 28 Millionen Franken neue GZO-Aktien erwerben und der GZO AG ein Darlehen von 35 Millionen Franken für einen Spitalneubau gewähren. Die thurmed AG bringt ihr eigenes Kapital ein. Es fliessen keine staatlichen Mittel.
Entscheid über Mehrheitsbeteiligung ist noch offen
Auch wenn die Gläubiger dem Nachlassvertrag zustimmen, bleibt derzeit offen, ob die thurmed AG die Option auf eine Mehrheitsbeteiligung ausübt. Voraussetzung dafür ist ein positives Ergebnis der laufenden Prüfung. Dazu gehören eine Unternehmensanalyse (Due Diligence), die Erarbeitung eines Businessplans sowie eine vertiefte Prüfung der Realisierbarkeit des Bauprojekts. Eine Mehrheitsbeteiligung kommt nur infrage, wenn die Leistungserbringung der thurmed im Thurgau langfristig wirtschaftlich und qualitativ davon profitiert.
Erst wenn die Ergebnisse dieser Prüfungen vorliegen, entscheidet der Verwaltungsrat der thurmed AG auf Antrag der Geschäftsleitung über die Ausübung der Option. Spricht er sich für eine Mehrheitsbeteiligung aus, entscheidet abschliessend der Thurgauer Regierungsrat als Eigentümervertreter. Verzichtet thurmed auf die Beteiligung, bleiben die Aktionärsgemeinden des GZO Spital Wetzikon alleinige Eigentümerinnen. Das GZO Spital Wetzikon zahlt das Wandeldarlehen in diesem Fall innerhalb von 15 Jahren der thurmed AG zurück.
Aktionärsgemeinden schaffen neben den Gläubigern die Grundlage für die Sanierung
Das GZO Spital Wetzikon ist operativ gut aufgestellt: Die Patientenzahlen steigen, das Betriebsergebnis ist positiv und die Eigentümergemeinden stehen hinter ihrem Spital. In finanzielle Schwierigkeiten geriet das GZO, weil es seine Investitionen nicht aus dem laufenden Betrieb finanzieren konnte und die Refinanzierung der für den Neubau vorgesehenen Anleihe scheiterte.
Die Sanierung der GZO AG tragen neben den Gläubigern die Eigentümergemeinden. Sie bringen 50 Millionen Franken neues Eigenkapital ein und schaffen damit eine Voraussetzung für den Nachlassvertrag mit den Gläubigern. Stimmen die Gläubiger dem Nachlassvertrag zu, wird die Bilanz durch den Schuldenschnitt und die Kapitalerhöhung der Gemeinden bereinigt. Damit wäre die finanzielle Grundlage für ein operativ gesundes und saniertes Spital geschaffen. Für dessen weitere Entwicklung braucht das GZO eine starke Partnerin. Hier eröffnet sich für thurmed die Möglichkeit, sich zu beteiligen. Auch bei einer Mehrheitsbeteiligung von thurmed AG bleiben die Gemeinden mit 49 Prozent an der GZO AG beteiligt und im Verwaltungsrat vertreten.
Zürich Ost weist Parallelen zum Thurgau auf
Die Region Zürich Ost mit rund 350’000 Einwohnerinnen und Einwohnern weist aus Sicht von thurmed wichtige Parallelen zur Region Thurgau auf. Beide Regionen sind ländlich geprägt und hinsichtlich Topografie und Bevölkerungsstruktur vergleichbar. Die Gesundheitsversorgung stützt sich in beiden Regionen auf mittelgrosse, wohnortnahe Spitäler. Im Thurgau verfügt die thurmed Gruppe über mehr als 25 Jahre Erfahrung mit diesem Versorgungsmodell. Die Spitäler bleiben regional verankert, während zentrale Aufgaben wie IT, Einkauf, Finanzen und Infrastruktur gemeinsam erbracht werden. Das schafft Synergien und senkt Kosten, ohne die wohnortnahe Versorgung infrage zu stellen. Diese Erfahrung und ihre bestehenden Konzernstrukturen will thurmed auch in die Region Zürich Ost einbringen.