Die Schweizer Spitallandschaft steht vor einer anspruchsvollen Zukunft. Gefragt sind Zusammenarbeit, Fokussierung und eine sinnvolle Arbeitsteilung spezialisierter Aufgaben. Unter einem Gruppendach lassen sich diese Herausforderungen besser organisieren als im Alleingang.
Zusammenarbeit unter einem Gruppendach
Die thurmed Gruppe zeigt seit Jahren, dass wohnortnahe Versorgung und Wirtschaftlichkeit gut zusammengehen. Ihre Spitäler sichern die Grundversorgung einer Region mit rund 300'000 Einwohnerinnen und Einwohnern, qualitativ hochstehend und kosteneffizient. Die Gruppe gehört zu 100 Prozent dem Kanton Thurgau. Seit mehr als 25 Jahren gilt eine klare Rollenteilung. Der Kanton nimmt seine Eigentümerrolle ausschliesslich entlang der Eigentümerstrategie wahr. In operative und strategische Entscheide mischt er sich nicht ein. Grösste Tochter ist die Spital Thurgau AG mit den Akutspitälern Frauenfeld und Münsterlingen, der Psychiatrie in Münsterlingen und der Rehabilitationsklinik in Diessenhofen. Dazu kommen zahlreiche weitere Unternehmen wie Radiologiestandorte in der ganzen Ostschweiz und eine Spitalpharmazie, die auch Häuser ausserhalb der Gruppe beliefert, darunter Männedorf und Uster.
«Die Spitalversorgung in der Schweiz braucht mehr Zusammenarbeit. Nicht jedes Spital muss alles allein anbieten. Die thurmed Gruppe bündelt Aufgaben, die nicht jedes Haus selbst erledigen muss. Dazu gehören Services wie IT, Finanzen, Bau und Infrastruktur. Auch klinische Bereiche wie Radiologie, Pathologie und Labor werden zwar lokal erbracht, aber zentral bereitgestellt. Das stärkt die Patientenbetreuung vor Ort bei gleichzeitiger Erhöhung der Wirtschaftlichkeit», sagt Rolf Zehnder, CEO der thurmed AG. Die thurmed Gruppe erreicht als eines der wenigen Spitalunternehmen seit vielen Jahren die notwendige EBITDA-Marge von 10 Prozent zur langfristigen Finanzierung ihrer Infrastruktur.
Sicherstellung der wohnortnahen Spitalversorgung
Das GZO Spital Wetzikon ist operativ auf Kurs. Das Betriebsergebnis war zuletzt wieder positiv. Zugleich durchläuft die GZO AG ein Nachlassverfahren. Auslöser war die fehlgeschlagene Refinanzierung einer Anleihe aus dem Jahr 2014. Die Bevölkerung der Trägergemeinden steht hinter ihrem Spital. Einerseits hat sie einer Kapitalerhöhung von CHF 50 Millionen deutlich zugestimmt. Andererseits vertrauen die lokalen Patientinnen und Patienten dem GZO ganz direkt, das belegen auch die steigenden Patientenzahlen. Für die Zukunft fehlt der GZO aber eine starke Trägerorganisation. Sie braucht Synergien mit einer grösseren Einheit, um die nichtklinischen Fixkosten zu senken. Hier setzt das Angebot der thurmed an.
«Wir bieten der GZO unser Know-how, eine effiziente Gruppenstruktur und eine verlässliche und langfristige Partnerschaft an. Die Bündelung von Ressourcen unter dem Gruppendach der thurmed sichert die Zukunftsfähigkeit und führt zu tieferen Gemeinkosten. Davon profitieren auch die Thurgauer Spitäler und mit ihnen die Bevölkerung im Kanton Thurgau», sagt Carlo Parolari, Verwaltungsratspräsident der thurmed AG.
So geht es weiter
Das Angebot der thurmed AG wurde am 10. Juli an die GZO und ihre Eigentümergemeinden überreicht. Es enthält die Option, dass sich thurmed am GZO Spital Wetzikon strategisch beteiligt, und ermöglicht die Besserstellung der Gläubiger der GZO AG. Für Patientinnen und Patienten, die zuweisende Ärzteschaft und die Rettungsdienste bleibt das Spital, wie es ist. Es sind keine gegenseitigen Patientenzuweisungen vorgesehen. Weder werden Patienten aus dem Zürcher Oberland im Thurgau behandelt noch Patienten aus dem Thurgau im Zürcher Oberland.
Jetzt liegt der Ball bei den Aktionärsgemeinden, welche das Angebot der thurmed über den Sommer prüfen. Danach entscheiden die Gläubiger der GZO AG im Rahmen des Nachlassverfahrens. Über die konkreten Inhalte des Angebots informiert thurmed nach Prüfung und allfälliger Zustimmung der zuständigen Gemeindeorgane im Spätsommer. Die definitiven Entscheide zur strategischen Beteiligung fallen im Spätherbst 2026.