Was ist eine Stroke Unit?
Die Stroke Unit ist eine speziell für die Schlaganfallbehandlung eingerichtete Station. Die Behandlung auf einer Stroke Unit erhöht die Wahrscheinlichkeit, nach einem Schlaganfall nicht oder weniger ausgeprägt körperlich eingeschränkt zu sein und wieder selbständig leben zu können. Hier werden Patientinnen und Patienten von einem multidisziplinären Team aus Ärztinnen und Ärzten der Neurologie und Inneren Medizin, durch speziell geschultes Pflegepersonal und die Abteilungen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie sowie durch den Sozialdienst täglich betreut. Unser Ziel ist es, die Ursache des Ereignisses rasch zu finden, Komplikationen zu vermeiden und mit Frührehabilitationsmassnahmen die Selbständigkeit der Patientinnen und Patienten gleich von Anfang an zu fördern.
Wie lange bleiben Patientinnen und Patienten auf der Stroke Unit?
Der Aufenthalt auf der Stroke Unit beträgt in der Regel drei Tage. Anfangs werden neben dem Blutzucker und der Körpertemperatur für ca. 25 Stunden kontinuierlich Blutdruck, Puls bzw. Herzrhythmus mittels eines EKGs und die Atmung mit Sauerstoffsättigung am Monitor überwacht.
Nach der Monitorüberwachung wird die Patientin oder der Patient regelmässig durch mobile Messgeräte und das Pflegepersonal weiter überwacht und hat dadurch wieder eine grössere Mobilität, um z. B. weitere Therapien wahrzunehmen.
Das Ärzteteam und die Pflegefachpersonen führen die gesamten drei Tage über 24 Stunden in einem angepassten Zeitintervall körperliche Untersuchungen durch, um exakt den Verlauf der neurologischen Ausfälle zu erfassen und auf Veränderungen rasch reagieren zu können.
Welche Untersuchungen werden Stroke Unit durchgeführt?
Um die Ursache für den Schlaganfall bzw. die auslösenden Faktoren zu bestimmen, werden womöglich folgende Untersuchungen durchgeführt:
- Bildgebung des Gehirns mittels CT (Computertomographie) oder MRI (Kernspintomographie)
- Ultraschall der hirnversorgenden Halsschlagadern
- Herzultraschall (transösophageal und/oder transthorakal)
- 24h-EKG
- Blutuntersuchungen (z.B. Blutfette, Blutgerinnungswerte etc.)
Wie behandelt man einen Schlaganfall (Ischämie oder Hirnblutung)?
Bei einem Ischämischen Infarkt – ca. 80% :
Auslösung einer Durchblutungsstörung durch Verschluss eines grossen oder kleineren Gefässes im Gehirn durch ein Blutgerinnsel, Gefässverschluss bei Arteriosklerose («Verkalkung») oder eine Entzündung.
Wenn möglich und sinnvoll wird eine Lysetherapie (Auflösung des Blutgerinnsels mittels eines Medikamentes, welches über die Vene verabreicht wird) oder eine Thrombektomie (Entfernung des Blutgerinnsels mithilfe eines Katheters) durchgeführt. Möglicherweise ist auch ein gefässchirurgischer Eingriff notwendig.
Des Weiteren werden die sogenannten Risikofaktoren für einen Schlaganfall diagnostiziert und behandelt. Nachfolgend einige Beispiele für Behandlungen:
- Blutdruckeinstellung
- Blutzuckereinstellung
- Fette im Blut senken
- Gerinnungsstörung
- Rauchstopp
- Ernährungsberatung (Alkohol, Übergewicht u.a.)
Bei einer Hirnblutung:
Bei einer Hirnblutung, die nicht unmittelbar operiert werden muss, findet die Überwachung auf der Schlaganfallstation in gleicher Art statt. Zudem werden auch hier Abklärungen und die Behandlungen der Risikofaktoren durchgeführt. Folgende Behandlungen können hierbei in Betracht gezogen werden:
- Gerinnungsstörung, blutverdünnende Medikamente
- Blutdruckeinstellung
- Blutzuckereinstellung
- Rauchstopp
- Ernährungsberatung (Alkohol, Übergewicht u.a.)
Was kommt nach dem Spitalaufenthalt? Wie geht es weiter?
Unser Ziel ist es, dass sich die Patientin oder der Patient vom Schlaganfall möglichst gut erholt und die Lebensqualität sowie Selbständigkeit erhalten bleibt. Situationsabhängig ist es möglich, dass Patientinnen und Patienten von der Stroke Unit direkt nach Hause entlassen werden oder eine ambulante oder stationäre Rehabilitation empfohlen wird und/oder eine pflegerische Unterstützung (Spitex) in Betracht gezogen werden muss.
Schlaganfallsprechstunde
Wir bieten eine ambulante Sprechstunde für Patienten mit zerebrovaskulären Erkrankungen, sowohl zur Nachsorge, als auch bei speziellen Fragestellung. Hier kann der Weg zur optimalen Prävention aufgezeigt und abgeklärt werden. Es erfolgt die spezielle Ultraschalldiagnostik der hirnversorgenden Gefäße (neurovaskuläre Ultraschalluntersuchung der extrakraniellen und intrakraniellen Gefäße).
Anmeldung Schlaganfallsprechstunde und Karotisdoppler (Duplexsonographie der hirnversorgenden Arterien):
Sekretariat Neurologie +41 (0)58 144 25 43
neurologie.ksm@stgag.ch