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Erstes zertifiziertes Brustkrebszentrum nach DKG am Kantonsspital Münsterlingen – ein Novum in der Ostschweiz

Am Kantonsspital Münsterlingen (Spital Thurgau AG) wurde erstmalig ein Brustkrebszentrum nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) erfolgreich zertifiziert. Stolz nahmen Mitarbeitende aus dem Brustzentrum das offizielle Zertifikat entgegen. Es ist das erste Zertifikat dieser Art in der Ostschweiz! Damit führt der Standort Münsterlingen zusätzlich zum bestehenden Zertifikat der Krebsliga Schweiz (KLS) und der Schweizerischen Gesellschaft für Senologie (SGS) das DKG Zertifikat «Brustzentrum Thurgau am Kantonsspital Münsterlingen».

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Dr. med. Markus Kuther, Ärztlicher Leiter des Brustzentrums am Kantonsspital Münsterlingen, sieht indes auch folgenden Mehrwert der jüngsten Zertifizierung: «Die Bildung von Organkrebszentren ist für die Weiterentwicklung der Spital Thurgau AG als zentraler Gesundheitsansprechpartner für unseren Kanton unabdingbar. Nur so können wir transparent machen, dass wir bezüglich der Struktur- und Ergebnisqualität anderen Zentren und Institutionen der Schweiz nachvollziehbar und objektiv in keiner Weise nachstehen».

In der Schweiz ist der Brustkrebs die häufigste Krebsdiagnose bei Frauen. Jährlich erkranken ca. 6’200 Frauen neu an Brustkrebs, dies entspricht 31.7% aller Krebsdiagnosen bei Frauen (Schweizerischer Krebsbericht 2021). Die moderne Tumorbehandlung stellt schon heute wie auch zukünftig viele Herausforderungen an das medizinische und pflegerische Personal. Deshalb hat sich die Spital Thurgau zum Ziel gesetzt, Zertifizierungen von Tumor- und Organkrebszentren nach den Vorgaben der DKG nachhaltig an den Spitälern Münsterlingen und Frauenfeld zu etablieren. Dadurch soll auch zukünftig die onkologische Versorgung der Bevölkerung im Kanton Thurgau sichergestellt werden.

Zentrum als Netzwerk
Vor mittlerweile fast 20 Jahren wurde in Deutschland, ausgehend von einer Patienteninitiative von Brustkrebspatientinnen, der Bedarf an einer fachübergreifenden Behandlung erkannt und umgesetzt. Dies mündete in die Bildung von Organkrebszentren, welche ein auf ein Organ oder Fachgebiet spezialisiertes Zentrum repräsentieren, wie z.B. ein Brustkrebszentrum. Ein zertifiziertes Zentrum ist ein qualitätsüberprüftes Netzwerk, in dem die gesamte Behandlungskette für eine Patientin oder einen Patienten abgebildet ist und das hohen Qualitätsanforderungen genügt. So ist sichergestellt, dass von der Diagnose über die Behandlung, stationär und ambulant, bis zur Nachsorge die Patientin oder des Patienten bestmöglich versorgt wird. Sichtbar ist diese Zusammenarbeit des Netzwerks beispielsweise in den interdisziplinären Tumorkonferenzen, in denen die Patienten vorgestellt und mit allen Behandlungspartnern besprochen werden. Hierzu zählen u.a. Fachvertreter der Onkologie, Strahlentherapie, Radiologie, Pathologie sowie des jeweils betroffenen Organs, z.B. Gynäkologie für Brustkrebspatientinnen. Darüber hinaus stehen den Patientinnen bedarfsgerecht auch unterstützende Angebote z.B. der Psychoonkologie, der Seelsorge oder der Ernährungsberatung zur Verfügung. Eine Krebsbehandlung ist sowohl hochkomplex als auch sehr individuell. Beidem soll in der Zentrumsversorgung genügend Raum und Ressourcen eingeräumt werden.

Entscheidungshilfe für Patientinnen und Patienten
Durch die transparente Darstellung der zertifizierten Zentren wird den Patienten eine Entscheidungshilfe für die Behandlungsmöglichkeiten gegeben: Den Patienten steht ein Netzwerk von Behandlungspartnern zur Verfügung, in dem sich alle Beteiligten den Qualitätsanforderungen an das zertifizierte Zentrum verpflichtet haben. Die Patientin und der Patient weiss, dass mit dem Qualitätssiegel „zertifiziertes Zentrum“ hohe Behandlungsqualität gewährleistet ist.

Planung weiterer Zentren
In der Spital Thurgau AG ist man unterdessen schon mit dem Aufbau weiterer Zentren beschäftigt. So soll noch im laufenden Jahr ein weiteres Brustkrebszentrum am Kantonsspital Frauenfeld sowie Zentren für die Behandlung der gynäkologischen Tumore und des Prostatakrebses bei Männern aufgebaut und zur Zertifizierung gebracht werden. Dr. med. Christian Taverna, Chefonkologe und Ärztlicher Leiter des Tumorzentrums Thurgau ist sich sicher, dass «alle Patientinnen und Patientin in der Region, die eine Krebsbehandlung brauchen, von der Zentrumsbildung profitieren werden». In der Folge werden qualifizierte Fachexperten das Brustzentrum Münsterlingen jedes Jahr vor Ort besuchen und die Einhaltung der Qualitätsanforderungen überprüfen. Die kontinuierliche Überprüfung der Zentren und die Rückmeldungen aus dem Dialog mit den Auditoren machen eine stetige freiwillige Qualitätsverbesserung für das Zentrum möglich.

Die Spital Thurgau freut sich über diese neue Qualitätsauszeichnung und dankt allen Mitarbeitenden, die die erfolgreiche Zertifizierung Brustkrebszentrum ermöglicht haben!


Mitarbeitende des Brustkrebszentrums am Kantonsspital Münsterlingen, v.l.n.r.: Julia Schätzle, Dr. Markus Kuther, Dr. Wieland Sell, Dr. Christiane Reuter, Claudia Tesch de Oliveira, Sonja Manhart, Dr. Katharina Lorenz, Dr. Christian Taverna

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