Narrative Expositionstherapie (NET) – ein Ansatz zur Behandlung komplexer Traumafolgestörungen
Die Narrative Expositionstherapie (NET) ist ein psychotherapeutisches Verfahren zur Behandlung von Traumafolgestörungen und insbesondere auch geeignet für Personen nach mehrfacher und komplexer Traumatisierung. Sie wurde von PD Dr. Maggie Schauer, Prof. Dr. Frank Neuner und Prof. Dr. Thomas Elbert an der Universität Konstanz entwickelt.
Grundlage der NET ist die neurobiologische Verarbeitung von traumatischen Lebensereignissen und die damit einhergehende Gedächtnispathologie, die für die fragmentarische Repräsentation von traumatischen Erlebnissen verantwortlich ist. Die NET basiert auf einem narrativen, autobiografischen Ansatz, bei dem alle signifikanten, traumatischen Ereignisse versprachlicht und in Raum und Zeit verortet werden, so dass sie in die eigene Lebensgeschichte integriert werden können. Es geht um ein Verständnis der Entwicklung der gesamten Lebensgeschichte. Die Wirksamkeit der NET wurde in vielzähligen internationalen Studien empirisch untersucht und bestätigt. Seit Jahren ist die NET auch der zentrale Behandlungsansatz in der Sprechstunde für Traumafolgestörungen in Münsterlingen. Wissenschaftliche Grundlagen, Evidenzforschung und praktische Umsetzbarkeit sind die drei Säulen der NET.