Direkt zum Inhalt
Bösartige Darmerkrankungen (Gastrointestinale Tumore)

Bösartige Darmerkrankungen (Gastrointestinale Tumore)

In der Vergangenheit waren Tumorerkrankungen mit einer schlechten Prognose vereint. Heutzutage haben sich die medizinischen Therapiemöglichkeiten weiter entwickelt, so dass sich Behandlung und Prognose verbessert haben. Eine optimale Therapie besteht aus der Zusammenarbeit von Hausärzten, Chirurgen, Gastroenterologen, Strahlentherapeuten und Onkologen. Jeder Patient wird in einer interdisziplinären Besprechung vorgestellt und die individuelle Therapie vorgeschlagen, welche anschliessend mit dem Patienten besprochen wird. 

Was heisst „Bösartiger Tumor“? In der Medizin werden alle bösartigen Gewebeneubildungen als Neoplasie bezeichnet. Im Körper existiert normalerweise ein Gleichgewicht zwischen der Vermehrung von Gewebezellen (Zellproliferation) und dem Zelltod (Apoptose). Wenn dieses Gleichgewicht gestört ist, vermehren sich normale Gewebezellen unkontrolliert und sogenannte Neoplasien entstehen.

Ein Tumor beschreibt eine Ansammlung an Mehrgewebe, ohne Informationen, ob dies ein bösartiges Gewebe ist oder nicht.

Die altgriechische Bezeichnung  „Krebs“ wurde erstmals im 2. Jahrhundert n. Chr von Galenos verwendet, wo sowohl das Tier als auch die Krankheit so benannt wurden. Galenos verglich die Gefässe, welche von einem „Tumor“ ausgehen mit den Beinen eines Krebses. Bis heute hat dieser Begriff in der Umgangssprache diese Bedeutung beibehalten. In der Medizin wird der ebenfalls aus dem griechischen stammender Begriff „Karzinom“ verwendet.

Im Magen-Darmtrakt können verschiedene Tumore entstehen:

  • Darmtumore:
    • Dickdarmkrebs = Kolonkarzinom
    • Dünndarmtumore:
      • Gutartige Tumore: Adenome, Leiomyome, Lipome, Angiome.
      • Bösartige Tumore: Adenokarzinome, Lymphome, Leiomyosarkome, Karzinoide
  • Gallenblasenkarzinom und Gallengangskarzinom
  • Lebertumore
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs =  Pankreaskarzinom
  • Magenkarzinom
  • Speiseröhrenkrebs= Ösophaguskarzinome
  • Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom)

    Die Karzinome des Dickdarms gehören neben dem Lungenkarzinom zu den häufigsten bösartigen Tumoren. Laut der Krebsliga erkranken in der Schweiz pro Jahr rund 4100 Menschen an Dickdarmkrebs. Histologisch sind ca. 99% Adenokarzinome.

    Symptome

    In den Frühstadien verursachen Karzinome selten Symptome. Die ersten Symptome sind häufig unspezifisch, es kann zu einer Änderung der Stuhlgewohnheiten (Bleistiftdünner Stuhl, intermittierende Durchfälle oder Verstopfung) kommen oder durch eine leichte aber chronische Blutung zur Blutarmut (Eisenmangelanämie) mit Müdigkeit und Blässe. Andere Symptome wie Gewichtsverlust oder Nachtschweiss können vorkommen.

    Diagnose und Abklärungen

    Um die Diagnose eines Karzinoms/Tumors zu stellen, benötigen wir verschiedene Untersuchungen. Ziel dieser Untersuchungen ist es, die genaue Diagnose zu erhalten sowie eine mögliche Ausbreitung (Metastasen) zu beurteilen.

    Die folgenden Abklärungen werden in der Regel durchgeführt:

    • Anamnese: Der Arzt wird zuerst ausführlich nach Symptomen und Vorerkrankungen fragen. Es ist wichtig zu wissen, ob in der Familie Krebsleiden vorliegen.  
    • Klinische Untersuchung: Der Bauchraum wird abgetastet und vergrößerte Lymphknoten werden gesucht. Eine rektale Untersuchung wird vorgenommen.
    • Spiegelung (Koloskopie): Bei dieser Untersuchung wird der gesamte Dickdarm mit einer Kamera auf mögliche Unregelmässigkeiten der Schleimhaut untersucht. Proben (Biopsie) können entnommen und von Pathologen auf Neoplasien untersucht werden.
    • Radiologische Untersuchungen: Ultraschall des Bauchraums (Sonographie), Röntgen der Lunge, Computertomografie des Abdomens und der Lunge zur Beurteilung von Metastasen und die lokale Ausdehnung des Karzinoms.

    Behandlungsmöglichkeiten

    Die Therapie für Kolonkarzinome ist im Allgemeinen die komplette chirurgische Entfernung des befallenen Darms (rechter Dickdarmbereich = Hemikolektomie rechts, linker Dickdarmbereich =  Hemikolektomie links). Nicht immer ist dies möglich. Bei sehr ausgedehntem Befall bis in die umgebenden Strukturen kann dies nicht mehr erfolgen. Es kann aber trotz allem durchgeführt werden, um der Gefahr eines Darmverschlusses im Verlauf oder einer chronischen Blutung vorzubeugen. Weiter ist eine ausgedehnte Entfernung der Lymphknoten im befallenen Bereich erforderlich.

    Chemotherapie / Radiotherapie

    In Abhängigkeit der Lokalisation sowie Ausdehnung kann eine Chemotherapie beziehungsweise eine Bestrahlung vor oder/und nach der Operation notwendig werden. Diese Entscheidung und Durchführung erfolgt nach einer gemeinsamen individuellen Besprechung durch die Onkologen und Radiologen.

    Prognose

    Die Prognose ist abhängig von dem Stadium der Erkrankung sowie dem Gesundheitszustand des Patienten. In sehr frühen Stadien kann mittlerweile eine 5 Jahres-Überlebensrate bis nahezu 100% erreicht werden, selbst bei bereits befallenen Lymphknoten liegt die 5 Jahres-Überlebensrate bei bis zu 60%.

  • Gallenblasenkarzinom / Lebertumore

    Das Gallenblasenkarzinom macht 3% aller bösartigen Tumoren aus und liegt an fünfter Stelle aller gastrointestinalen Tumore. Mehr als 75% der Gallenblasenkarzinome werden durch Zufall nach einer Gallenblasenoperation (Cholezystektomie) bei einer histologischen Untersuchung festgestellt. Das Karzinom tritt gehäuft nach dem 60. Lebensjahr auf, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer (3:1).

    Symptome

    Im Frühstadium können ähnliche Symptome wie bei einem Gallensteinleiden auftreten. Im Verlauf können Beschwerden wie Gelbsucht (Ikterus), Nachtschweiss, unklares Fieber, erhöhte Leberwerte sowie Gewichtverlust entstehen. In den fortgeschrittenen Stadien sind meist bereits Ableger (Metastasen) im Bauchraum vorhanden, eine Heilung ist dann nur noch selten möglich.

    Therapie

    Die Therapie der Wahl ist die Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) mit einem 3-4 cm breiten Saum des Lebergewebes im Bereich des Gallenblasenbettes und die Entfernung der Lymphknoten in dieser Region. Strahlentherapie und Chemotherapie kann als sogenannte palliative (unterstützende, aber nicht mehr heilende) Maßnahme erfolgen, wenn eine Operation nicht mehr möglich ist. Allerdings spricht das Gallenblasenkarzinom nur wenig auf eine Chemotherapie an.

  • Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

    Die Häufigkeit des Pankreaskarzinoms hat in den letzten Jahren zugenommen. Als Todesursache bei bösartigen Erkrankungen steht diese Erkrankung bei Männern an vierter und bei Frauen an fünfter Stelle in der Statistik. In einem Frühstadium sind Pankreaskarzinome symptomarm, weshalb eine Frühdiagnose selten möglich ist. Bei Diagnosestellung sind in der Regel 90% der Karzinome fortgeschritten und zeigen ein lokal fortgeschrittenes Wachstum oder Fernmetastasen. Etwa die Hälfte der Karzinome liegt im Pankreaskopf, etwa ein Viertel im Pankreasschwanz.

    Symptome

    Die Symptome sind unspezifisch. Die klassische Symptomtrias zeigt sich meist erst bei fortgeschrittenem Karzinom und besteht aus:

    • Gewichtsverlust
    • Gelbsucht (Ikterus) und Juckreiz (Pruritus)
    • Unspezifische abdominelle Schmerzen (dumpfe Oberbauchschmerzen mit Ausstrahlung in den Rücken.
    • Eine Diabetes Mellitus („Zuckerkrankheit“) kann die erste Manifestation des Karzinoms sein.

    Diagnose

    Bei einem Verdacht auf einen bösartigen Tumor werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt (Computertomogramm, Ultraschall, ERCP), um die Grösse des Tumors zu bestimmen sowie Metastasen (Ableger) auszuschliessen. Die Blutwerte sind unspezifisch, es werden verschiedene sogenannte Tumormarker bestimmt (CEA, CA 19-9, DU-PAN2), um gegebenenfalls eine Verlaufskontrolle während der Therapie durchzuführen. Nicht immer sind diese speziellen Blutwerte erhöht und somit für eine Verlaufskontrolle geeignet. Eine endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) ist indiziert,  wenn der Verdacht eines Karzinoms besteht, welches aber in den bildgebenden Verfahren (US, CT) nicht nachweisbar ist.

    Therapie

    Eine kurative (heilende) Therapie ist nur durch eine Operation möglich. Wenn die Kriterien für eine Operation erfüllt sind, wird eine Teilentfernung der Bauchspeicheldrüse durchgeführt. Diese Operation wird Pankreatoduodenektomie oder Whipple-Operation genannt. Ist eine Operation nicht mehr möglich, kann eine Bestrahlung und/oder Chemotherapie in Betracht gezogen werden.

    Operation Pankreatoduodenektomie nach Whipple

    Die Bauchspeicheldrüse wird freigelegt und der Befund (Zyste, Tumor) auf seine Entfernbarkeit geprüft. Selten können kleine Metastasen vorhanden sein, welche in der vorherigen Diagnostik nicht zu erkennen waren. Bei Tumoren im Kopf der Bauchspeicheldrüse muss zur vollständigen Entfernung des Tumors der Zwölffingerdarm, die Gallenblase und ein Teil des Magens mitentfernt werden. Eine Dünndarmschlinge wird dann zum Restmagen nach oben gezogen und mit dem Stumpf der Bauchspeicheldrüse und dem Gallengang verbunden. Zur Ableitung von Blut und Sekret wird ein Drainageschlauch neben die neuen Verbindungen am Pankreas und am Gallengang gelegt. Vorübergehend wird zudem eine Ernährungssonde in den Dünndarm  eingelegt, damit während der ersten postoperativen Tage bereits eine Ernährung möglich ist bei gleichzeitiger Schonung der neuen Verbindungen.

    Häufigste Fragen

    Was muss ich nach dieser Operation beachten?
    Sie werden nach der Operation im Allgemeinen für eine Nacht auf der Intensivstation überwacht. Für den ersten Tage (meist 4-5 Tage) werden Sie durch eine Magen- bzw. Ernährungssonde ernährt. Sobald  die Magen- und Darmfunktion wieder hergestellt ist, wird ein langsamer Kostaufbau stattfinden.

    Wie lange bleibe ich hospitalisiert?
    Der Spitalaufenthalt kann je nach Verlauf zwischen 5 und 12 Tagen dauern.

    Wann soll ich die Fäden (Nähte) entfernen?
    Die Fadenentfernung findet nach ca 12 Tagen durch den Hausarzt statt.

    Brauche ich eine Nachbehandlung?
    Sobald und das Resultat der histologischen Untersuchung bekannt ist, erfolgt eine interdisziplinäre Besprechung mit den Kollegen der Onkologie und Radiologie zur Planung der weiteren Therapie wie beispielsweise einer Radio- und/oder Chemotherapie. Anschliessend werden die Möglichkeiten mit Ihnen besprochen und der Therapieplan festgelegt. 

  • Magenkarzinom

    Der Magen ist ein Organ, das verschiedene Enzyme und Magensäure für die Zerlegung der Nahrung produziert. Um sich vor der Selbstverdauung zu schützen, muss im Magen ein pH- Wert zwischen 1 und 2 vorhanden sein. Die Ernährung vermischt sich mit dem Magensaft und wird danach in den Zwölffingerdarm (Duodenum) entleert. Täglich produziert der Magen etwa 3 Liter Magensaft. 

    Das Magenkarzinom ist der zweithäufigste Tumor auf der Welt. Die Länder mit der höchsten Inzidenz von Magenkarzinomen sind Japan, Costa Rica, Kolumbien, China, Portugal und Russland, wo das Karzinom bis zu sechsmal mehr häufiger vorkommt. In den westlichen Ländern ist die Anzahl der Neuerkrankungen zurückgegangen.

    Es sind verschiedene Risikofaktoren bekannt, die bei der Entstehung des Magenkarzinoms vorkommen können:

    • Chronische Infektion durch das Bakterium Helicobacter Pylori können Geschwüre im Magen verursachen. 
    • Ernährung mit hohem Gehalt an Nitrat und Nitrit
    • Rauchen
    • Mènetrier-Syndrom
    • Patienten mit Blutgruppe A
    • Magenkrebs in der Familie

    Symptome

    Symptome sind im Frühstadium oft nur unspezifisch. Wie bei nahezu allen Karzinomen im Gastrointestinaltrakt kann es zu folgendem kommen:

    • Gewichtsverlust (ungewollt)
    • Appetitlosigkeit
    • Übelkeit/Erbrechen
    • Abneigung gegen Fleisch
    • Unspezifische abdominelle Schmerzen (dumpfe Oberbauchschmerzen mit Ausstrahlung in den Rücken)
    • Schluckbeschwerden
    • Teerstuhl (schwarzer Stuhlgang)
    • Anämie (Blutarmut)

    Abklärungen

    Bei einem Verdacht auf einen bösartigen Tumor werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt (Computertomogramm, Ultraschall, Magenspiegelung), um die Grösse des Tumors zu bestimmen sowie Metastasen (Ableger) auszuschliessen. Die Blutwerte sind unspezifisch, es werden verschiedene sogenannte Tumormarker bestimmt (CEA, CA 19-9), um gegebenenfalls eine Verlaufskontrolle während der Therapie durchzuführen. Nicht immer sind diese speziellen Blutwerte erhöht und somit für eine Verlaufskontrolle geeignet. 

    Die folgenden Abklärungen werden in der Regel durchgeführt:

    • Anamnese: Der Arzt wird zuerst ausführlich nach Symptomen und Vorerkrankungen fragen. Es ist wichtig zu wissen, ob in der Familie Krebsleiden vorliegen.  
    • Klinische Untersuchung: Der Bauchraum wird abgetastet und vergrößerte Lymphknoten werden gesucht.
    • Magenspiegelung (Gastroskopie):  Bei dieser Untersuchung wird der Magen gespiegelt, Proben (Biopsien) werden entnommen und in der Pathologie auf Neoplasien untersucht. 
    • Endosonographie: Dabei werden die Magenwand untersucht, die Tiefe des Tumors gemessen und vergrösserte Lymphknoten gesucht.
    • Radiologische Untersuchungen: Ultraschall (Sonographie), Röntgen der Lunge, Computertomografie des Abdomens und der Lunge: Mit diesen radiologischen Untersuchungen werden andere Ursachen oder Absiedlungen (Metastasen) gesucht.

    Behandlungsmöglichkeiten

    Sobald die Diagnose eines Magenkarzinoms gestellt wurde und die Kriterien für eine Operation erfüllt sind, wird je nach Grösse und Lokalisation des Tumors eine teilweise oder komplette Entfernung des Magens (Gastrektomie) durchgeführt.

    Operation Gastrektomie

    Durch einen meist längs verlaufenden Schnitt des Bauches wird die Operation begonnen. Der ganze Magen oder ein Teil davon (60% bis 80%) werden entfernt. Bei einem bösartigen Geschwulst werden zusätzlich die umliegenden Lymphknoten entfernt. Der Magenrest oder das Ende der Speiseröhre wird mit einer hochgezogenen Dünndarmschlinge verbunden, um den Durchfluss der Nahrung wieder zu ermöglichen. Wird der ganze Magen entfernt, kann aus dem Dünndarm ein Ersatzmagen konstruiert werden. Ist ein bösartiger Magentumor bereits in andere Organe (Leber, Dickdarm, Bauchspeicheldrüse) eingewachsen, so kann es notwendig sein, einen Teil dieser Organe ebenfalls zu entfernen. Die Operationsdauer beträgt je nach Art des Eingriffes etwa 2-4 Stunden.

    Häufigste Fragen

    Was muss ich nach dieser Operation beachten?
    Sie werden nach der Operation im Allgemeinen für eine Nacht auf der Intensivstation überwacht. Für den ersten Tage (meist 4-5 Tage) werden Sie durch eine Magen- bzw. Ernährungssonde ernährt. Sobald die Magen- und Darmfunktion wieder hergestellt ist, wird ein langsamer Kostaufbau stattfinden.

    Wie lange bleibe ich hospitalisiert?
    Der Spitalaufenthalt kann je nach Verlauf zwischen 7 und 10 Tagen dauern.

    Wann soll ich die Fäden (Nähte) entfernen?
    Die Fadenentfernung findet nach ca. 12 Tagen durch den Hausarzt statt.

    Brauche ich eine Nachbehandlung?
    Sobald und das Resultat der histologischen Untersuchung bekannt ist, erfolgt eine interdisziplinäre Besprechung mit den Kollegen der Onkologie und Radiologie zur Planung der weiteren Therapie wie z.B. einer Radio- und/oder Chemotherapie. Anschliessend werden die Möglichkeiten mit Ihnen besprochen und der Therapieplan festgelegt

add personappointmentattachmentaudiogaleriedescriptiondocumentsE-MailemergencytypefaxhostinfolinksmessageminusmovienewsorganiserpersonpicturepluspricerundgangsearchStatistiktarget audiencetarget grouptelephonetimewebcamyoutubebabyconstructiondepartmentdoctoreventjobunternehmenvisitor