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19.01.2017

Probenentnahme aus der Prostata mit höchster Präzision – dank MRT und modernster Robotertechnologie

V.l.: Dr. med. C. Krautmacher, Leitender Arzt Radiologie Frauenfeld, Dr. med. K. Rohrmann, Oberarzt mbF Urologie Frauenfeld, Dr. med. G. Kadner, Leitender Arzt Urologie Frauenfeld, Dr. med. G. Tenti, Chefarzt Urologie Münsterlingen.

Mit 6‘200 Neuerkrankungen und 1‘300 Todesfällen pro Jahr in der Schweiz ist das Prosta-takarzinom die häufigste Tumorerkrankung des Mannes und die dritthäufigste karzinombedingte Todesursache bei Männern. Entsprechend wichtig sind regelmässige Vorsorgeuntersuchungen und bei Verdacht eine genaue und sichere Diagnostik.

Nachdem in der Spital Thurgau die multiparametrische Magnetresonanztomografie (mpMRT) als derzeit präziseste Bildgebung der Prostata etabliert wurde, gehen die Kliniken für Urologie und Radiologie einen Schritt weiter: mit dem Artemis®-System steht eines der modernsten mpMRT-3D-Fusionssysteme zur Prostatabiopsie zur Verfügung.

Bisher wurden diese Proben allein mit Hilfe des Ultraschalls entnommen. Neu steht nun in der Spital Thurgau, an beiden Kantonsspitalstandorten (Frauenfeld und Münsterlingen) mit dem Artemis-System® eines der modernsten sogenannten mpMRT-3D-Fusionssysteme zur Prostatabiopsie zur Verfügung. Das System ermöglicht durch das Zusammenführen der MRT-Bilder mit dem Ultraschall eine hochpräzise Lokalisation der auffälligen Herde in der Prostata, sowie durch Robotergestützte Führung der Biopsienadel, eine Millimeter genaue Entnahme der Proben.

Es ist wissenschaftlich belegt, dass mit dieser Methode die Treffsicherheit der Prostatabiopsie erhöht und bösartige Tumore leichter und eher erkannt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Entnahmepunkte der Proben gespeichert und im Falle einer erneuten Probenentnahme jederzeit nachverfolgt werden können. Dies wird immer wichtiger, werden doch heute Patienten mit Prostatakrebs mit niedrigem Risiko und frühem Stadium zu einem Grossteil aktiv überwacht, und es muss meistens keine Bestrahlung oder Operation erfolgen.

Vorausschauend legen die Kliniken für Urologie und Radiologie mit dem Artemis®-System zudem den Grundstein für eine mögliche spätere fokale Therapie. An deren Etablierung und wissenschaftlicher Evaluation wird aktuell weltweit gearbeitet, robuste Daten stehen allerdings noch aus. Trotzdem ist dies ein Bereich, der in den kommenden Jahren möglicherweise an Bedeutung gewinnt und von den Urologen daher im Auge behalten wird.

Die Kliniken für Urologie und Radiologie an den Kantonsspitälern Frauenfeld und Münsterlingen können der Bevölkerung im Thurgau mit dieser Investition eine deutliche Verbesserung der Diagnostik und Therapie im Rahmen der Vorsorge und Behandlung des Prostatakrebses zur Verfügung stellen. Zusammen mit der daVinci® Roboterchirurgie verfügen die beiden Kantonsspitäler im Thurgau nun auch in der Diagnostik über echte Spitzenmedizin, welche dem Wohle unserer Patienten zu Gute kommt.


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