Chronische & Interventionelle Schmerztherapie

Die Bedeutung chronischer Schmerzen wird zunehmend erkannt. In der Schweiz leiden ca. 16% der Bevölkerung an chronischen Schmerzen.
Die komplexen Situationen und Behandlungsmöglichkeiten bei chronischen Schmerzen bedürfen spezialisierter Ärzte und Teams.Der akute Schmerz hat eine wichtige Funktion als Warnsignal. Er hilft weitere Schädigungen des Körpers zu verhindern und kann die Heilung unterstützen, indem verletzte Körperteile geschont werden. Akute Schmerzen haben eine hohe Tendenz zur Selbstheilung.
Im Gegensatz dazu ist der chronische Schmerz viel komplexer. Chronischer Schmerz führt zu körperlichen und psychischen Folgeerscheinungen, wie z.B. Schmerzausdehnung infolge.
Schon- /Fehlhaltungen und muskulären Verspannungen. Es kommt zu körperlicher und psychischer Erschöpfung und beginnender Depression - der Mensch leidet unter seinen Schmerzen.
Besteht der chronische Schmerz weiterhin, so weitet er sich schliesslich zur eigenständigen Schmerzkrankheit aus und beeinträchtigt dadurch sämtliche Aspekte des Lebens. Es kann zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität, sozialer Vereinsamung, familiären Problemen, oft Verlust des Arbeitsplatzes und ev. gar zur Invalidität kommen.
Umfassende Behandlung
Die Behandlung der Schmerzkrankheit muss daher sämtliche Aspekte berücksichtigen. Zusätzlich zur Behandlung der körperlichen Schmerzempfindung durch die interventionelle Schmerztherapie muss auch eine Behandlung der körperlichen (Physiotherapie) und psychischen (schmerztherapeutisch orientierte Psychotherapie) Folgen angestrebt werden. Die interventionelle Schmerztherapie ist dabei ein wichtiger, aber nicht alleiniger Ansatzpunkt.
Komplexe Fälle einer chronischen Schmerzkrankheit besprechen wir daher in einem interdisziplinären Team an der "PAIN-Unit". Es beteiligen sich dabei folgende Fachrichtungen: Neurologie, Neurochirurgie, Rheumatologie, Psychiatrie, Anästhesie.
Schmerztypen
- Neuropathischer Schmerz
Der Schmerzcharakter ist oft brennend oder stechend, oft ausstrahlend in die Extremitäten. Häufig leiden die Patienten an Berührungsschmerzen (Allodynie) in einem bestimmten Hautareal. Typische Beispiele sind Schmerzen nach einer Gürtelrose oder einer Nervenschädigung durch einen Bandscheibenvorfall oder nach einer Operation. - Noziceptiver Schmerz
Der Schmerzcharakter ist oft dumpf und drückend, oft langanhaltend. Diese Schmerzen entstehen meist durch eine Schädigung des Körpers ausserhalb des Nervensystems. Typisches Beispiel ist der "normale Rückenschmerz" oder Schmerzen nach Operationen oder Verletzungen. - Gemischter Schmerz
Nicht selten bestehen beide Schmerztypen parallel neben einander. Dann spricht man von einem gemischten Schmerz - noziceptiv-neuropathischer Schmerz.
Behandlungsverfahren
Die Abteilung Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin bietet eine interventionelle Schmerztherapie mit folgenden Behandlungsmöglichkeiten an:
Nicht-invasive Behandlungsverfahren
- Akkupunktur und TCM
- Medikamentöse Therapie nach WHO
- Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
- Es wird auch der Zugang zur Physiotherapie, zur Psychotherapie und zur Besprechung in der Pain-Unit vermittelt.
Invasive Behandlungsverfahren
- Nervenwurzelblockaden
- Facettengelenksblockaden
- Blockaden des vegetativen Nervensystems
- Blockaden peripherer Nerven
- Invasive Tumorschmerztherapie
- Schmerzpumpen / SCS
Kontakt
Kantonsspital Münsterlingen
Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin
Chronische und Interventionelle Schmerztherapie
Dr. med. Pascal Welpe, Postfach, 8596 Münsterlingen
Tel. 071 686 15 36, Fax 071 686 26 79, E-Mail: pascal.welpe[at]stgag.ch
