Da Vinci

Die derzeit modernste Operationsmethode bei Prostatakrebs ist die da Vinci-Prostatektomie.
Sie wurde weltweit erstmals von PD Dr. med. Jochen Binder im Jahr 2000 am Universitätsspital in Frankfurt am Main durchgeführt und hat sich in den folgenden Jahren rasch zu einer Standardoperation entwickelt. So erfolgten im Jahr 2007 in den Vereinigten Staaten bereits ca. 60% der Prostatektomien beim Prostatakrebs mit dieser Methode. PD Dr. Jochen Binder ist nun seit über 5 Jahren urologischer Chefarzt am Kantonsspital Frauenfeld, wo er diese Operationstechnik seinen Patienten anbieten kann.
Laparoskopischer Zugang
Bei der da Vinci-Prostatektomie wird die Prostata vollständig mit den Endstücken von Samenleiter und Samenblasen entfernt. Der Operationszugang erfolgt „laparoskopisch,“ d.h. über kleine ca. 1cm lange Hautschnitte, so wie es z.B. bei der Gallenblasenentfernung oder der beidseitigen Leistenbruchoperation weitgehend bekannt ist. Letztlich wird das zu entfernende Organpräparat dann über einen 2-3 cm langen Schnitt am Nabel entnommen.
Computergestützte Operation
Das Einzigartige der da Vinci-Technologie ist, dass ein Operationsroboter die Handbewegungen des operierenden Arztes millimetergenau auf die für den Eingriff benötigten Instrumente überträgt. Damit wird mikrochirurgische Präzision ermöglicht. Der Operateur führt die Operation dabei von einer Steuerungskonsole aus. Seine Handbewegungen an der Arbeitskonsole werden computerunterstützt über Kabelstränge an die drei Instrumentenarme weitergeleitet. Diese sind mit einer hochauflösenden 3-D Kamera und verschiedenen präzisen chirurgischen Instrumenten wie Scheren, Fasszangen und Nadelhaltern bestückt.
Erfahrung des Operateurs als wichtigste Voraussetzung
Die Ergebnisse einer Prostatakrebsoperation hängen nicht in erster Linie vom gewählten operativen Zugang – sei es offen-chirurgisch oder laparoskopisch – ab, sondern von der Erfahrung des Operateurs und seiner präzisen, anatomiegerechten Operationstechnik. Seit der ersten da Vinci assistierten Prostatakrebsoperation durch Dr. Binder vor fast 8 Jahren wurde diese Methode standardisiert und setzt sich mittlerweile weltweit durch. Der Chefarzt Urologie am Kantonsspital Frauenfeld und sein Team können inzwischen auf über 200 selbst durchgeführte laparoskopische Operationen zurückblicken, davon nun über 100 mit da Vinci-Technik.
Optimale Gewebeschonung
Der Operationszugang über kleine Hautschnitte bedeutet dabei für den Patienten immer, dass seine Bauchwand nur minimalen Verletzungen ausgesetzt wird und körperliche Betätigung schnell wieder aufgenommen werden kann. Der Blutverlust ist in der Regel gering, was die Erholungszeit nach dem Eingriff ebenfalls kurz hält. Die gute Detailsicht durch die hochauflösende 3D Optik und die Präzision des feinen Instrumentariums erleichtert das Herauspräparieren der Prostata und die gleichzeitige Schonung von Blutgefäss- und Nervenstrukturen, welche für das rasche Wiedererlangen der Harnblasenkontrolle (Kontinenz) und der Potenz entscheidend sind. Damit kann das Risiko für Harninkontinenz und Impotenz durch Einsatz dieser Technik minimiert werden.
